Regensburg 2010 Kulturhauptstadt
Die Jury hat anders entschieden!
Zur Kulturhaupstadt Europas 2010 wurde Essen gewählt.
Dafür wurde REGENSBURG
Weltkulturerbe der Unesco
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Regensburg die Stadt Marketing und Management
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Der Freistaat Bayern liegt im Südosten Deutschlands und ist das Flächen größte deutsche Bundesland. Nach Einwohnerzahl steht es hinter Nordrhein-Westfalen an zweiter Stelle. Benachbarte Länder sind Baden-Württemberg, Hessen und die Freistaaten Thüringen und Sachsen, im Süden grenzt Bayern an Österreich, im Bodensee an die Schweiz und im Osten an die Tschechische Republik.
Der Freistaat besitzt mit den Saalforsten in Österreich Ländereien, die nicht zum deutschen Staatsgebiet gehören.
Regensburg Stadt
1 Geografie
1.1 Geografische Lage
1.2 Nachbargemeinden
1.3 Stadtgliederung
1.4 Klima
2 Geschichte
2.1 Ursprung
2.2 Vom Römerkastell zum Bischofssitz (Zeit bis 1200)
2.3 Freie Reichsstadt (1200 bis 1663)
2.4 Immerwährender Reichstag (1663 bis 1803)
2.5 Bayerische Provinzstadt (1803 bis 1933)
2.6 Zeit des Nationalsozialismus
2.7 Nachkriegszeit und Moderne
2.8 Religionen
2.8.1 Christentum
2.8.2 Judentum
2.8.3 Islam
2.9 Einwohnerentwicklung
3 Politik
3.1 Stadtrat
3.2 Wappen
3.3 Städtepartnerschaften
3.4 Patenschaften
3.5 Stadtfreiheitstag und Brückenpreis
4 Kultur und Sehenswürdigkeiten
4.1 Theater
4.2 Museen
4.3 Musik
4.4 Bauwerke
4.4.1 Profanbauten
4.4.2 Kirchen
4.5 Parks
4.6 Sport
4.7 Regelmäßige Veranstaltungen
5 Wirtschaft und Infrastruktur
5.1 Wirtschaft
5.2 Verkehr
5.3 Unternehmen in Regensburg
5.4 Gesundheitswesen
5.5 Medien
5.6 Bildung
6 Persönlichkeiten
6.1 Ehrenbürger
6.2 Söhne und Töchter der Stadt
6.3 in Regensburg wirkende Persönlichkeiten
7 Quellen
8 Filmographie
9 Literatur
10 Weblinks
Geografie
Geografische Lage von Regensburg
Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau und den Mündungen der linken Nebenflüsse Naab und Regen.
Im Stadtgebiet liegen zwei Donauinseln, der Untere und der Obere Wöhrd.
Der Stadtteil Stadtamhof gehörte ursprünglich zum nördlichen Uferbereich der Donau, wurde aber durch den Bau des Europakanals, einer Schifffahrtsumgehung der Altstadt, ebenfalls zu einer Insel.
Im Stadtgebiet stoßen vier sehr unterschiedliche Natur-Großräume aneinander, nämlich der Fränkische Jura, der Bayerische Wald, die Donau-Ebene bzw. die niederbayerische Lößebene (Gäuboden) und das niederbayerische Tertiär-Hügelland. Diese Naturräume prägen den Stadtkörper bereits in seiner Form und Ausdehnung, die Stadt befindet sich in einer klassischen „Pfortenlage” an einer Übergangsstelle zwischen topographischer Enge und Weite. Die Donau verlässt hier das Hügel- und Bergland
und fließt in die Gäubodenebene. Daraus ergibt sich für einige Stadtteile im Norden und im Westen kein oder wenig Außenerweiterungspotenzial. Alle heutigen und künftigen Stadterweiterungsgebiete liegen im Osten und Süden, also in der großen Donauebene und den relativ flachen Ausläufern des niederbayerischen Tertiär-Hügellandes.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden, die alle zum Landkreis Regensburg gehören, grenzen an die Stadt Regensburg. Sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Lappersdorf, Zeitlarn, Wenzenbach, Tegernheim, Barbing, Neutraubling, Obertraubling, Pentling, Sinzing und Pettendorf.
Stadtgliederung
Regensburg hat im Gegensatz zu vielen anderen Städten einen relativ kompakten Siedlungskörper. Dies führt zwar zum einen zu einer „Stadt der kurzen Wege”, zum anderen wirkt die Gesamtstadt - mit Ausnahme der klar ablesbaren Altstadt, des Universitäts-Grünzuges und der Wöhrde (Donauinseln) – jedoch als eine einzige, fast schon zu homogene Siedlungsfläche. Zu den wesentlichen inneren Gliederungselementen gehören die relativ großen Grünanlagen der Stadt, der Altstadtkern und die großen
Infrastrukturelemente (Wasserflächen, Bahnlinien, Autobahnen und Bundesstraßen). Zu Anfang des 19. Jahrhunderts beschränkte sich Regensburg weitgehend auf das Gebiet des alten Römerlagers und einiger weiterer umfriedeter Gebiete im Westen. Mit der Eingemeindung von Kumpfmühl erfolgte 1810/18 ein Sprung über die heutige Bahnlinie in Richtung Süden. Von Beginn des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich Regensburg in einer Serie von Eingemeindungen, besonders in den Jahren 1924, 1938 und 1977. Für die genaue Auflistung
der Stadtbezirke, ihrer Fläche und der Folge der Eingemeindungen einschließlich der hinzugewonnenen Fläche siehe Einwohnerzahl und Fläche von Regensburg.
Klimadiagramm Regensburg
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone mit kontinentalem Einschlag. Das Regensburger Klima zeichnet sich insbesondere durch stabile und trockene Sommer aus und unterscheidet sich damit vom im Sommer regenreichen Klima des Voralpenlandes. Für den im Voralpenland üblichen Föhn ist Regensburg die nördliche Grenze. Sein Auftreten ist sehr selten. Im Gegensatz dazu halten sich im Herbst und Winter sehr lange beständige Nebel und Hochnebel, wobei längere Perioden mit einer
geschlossenen Schneedecke selten sind. Bedingt durch seine Talkessellage litt Regensburg in früheren Zeiten häufig unter Smog. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,0 Grad Celsius, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 646 Millimeter. Damit liegt Regensburg am unteren Rand der Städte Bayerns. Die wärmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 16,2 bis 18,0 Grad Celsius und die kältesten Dezember bis Februar mit -0,9 bis -2,7 Grad Celsius im Mittel. Die größte Niederschlagsmenge fällt
von Juni bis August mit durchschnittlich 74 bis 93 Millimeter, die geringste im März und November mit durchschnittlich 33 bis 39 Millimeter.
Geschichte
Ursprung
Ostturm der Porta Praetoria Regensburg ist eine der ältesten Städte in Deutschland. Im Laufe der Jahrhunderte ist Regensburg mit einer Vielzahl von Namen bedacht worden. Das weist auf die reichhaltige Geschichte hin. Älteste bekannte Namen einer Siedlung sind die keltischen Bezeichnungen „Radasbona“, „Ratasbona“ oder „Ratisbona“. Neben den bereits im Text genannten gebräuchlicheren Namen wurde die Stadt auch mit so illustren Bezeichnungen wie Quadrata, Germanisheim, Hyatospolis,
Ymbripolis, Reginopolis und Tyberina bedacht. Vom Römerkastell zum Bischofssitz (Zeit bis 1200) [Bearbeiten]Der Regensburger Donaubogen ist bereits seit der Steinzeit besiedelt. Anfang 2006 wurden etwa 100 m östlich der Mauern des späteren Legionslagers keltische Gräber mit teilweise hochwertigen Grabbeigaben gefunden. Sie wurden auf etwa 400 v. Chr. datiert. Die römische Geschichte Regensburgs beginnt mit der Einrichtung eines Kohortenkastells um etwa 79 nach Christus im heutigen Stadtteil Kumpfmühl. Das
Lager diente als Beobachtungsposten für die Naab- und Regenmündung und war durch Graben und Pfahlpalisaden, später auch durch eine Steinmauer, gesichert. In ihm war entweder eine rund 500 Mann starke berittene Kohorte oder eine rund 1.000 Mann starke Doppelkohorte Fußsoldaten untergebracht. Eine Donausiedlung im Bereich der heutigen westlichen Altstadt wird ebenfalls für diese Zeit vermutet. Reste eines Beobachtungsturmes wurden nahe der Naabmündung gefunden, aus dieser Zeit wird auch die älteste römische
Brauerei nördlich der Alpen vermutet (heute Römer-Pavillon am Kornweg). Das Kastell und die Zivilsiedlung(en) wurden im Rahmen des Markomannensturms in der zweiten Hälfte der 160er Jahre zerstört. Nach dem Zurückdrängen der Markomannen bis ca. 170 wurde auf Anordnung von Kaiser Marc Aurel das Legionslager Castra Regina (Lager am Regen) errichtet. Dieser Steinbau mit seiner ca. 10 Meter hohen Mauer, den vier Toranlagen und zahlreichen Türmen ist heute noch gut im Grundriss der Regensburger Altstadt erkennbar.
Von seiner Einweihung im Jahre 179 n. Chr. ist heute noch die steinerne Inschrift über dem Osttor erhalten, die als die Gründungsurkunde Regensburgs gilt. Im Lager war die III. Italische Legion mit ca. 6.000 Soldaten stationiert. Es war militärischer Hauptstützpunkt der Provinz Raetia und bildete somit eine Ausnahme im römischen Verwaltungssystem, da die Legion nicht in der „Hauptstadt“ der Provinz, in Augsburg, stationiert war. Die Völkerwanderung führte um 400 zur militärischen Aufgabe des Kastells, das fortan
eine mauerbewehrte Zivilsiedlung war. Die Überreste der romanischen Kapelle St. Georg und AfraVon etwa 500 bis 788, als Tassilo III. von Kaiser Karl dem Großen abgesetzt wurde, war Regensburg der Hauptsitz der bajuwarischen Herzöge, der Agilolfinger. Regensburg ist eines der ältesten Bistümer Deutschlands, das bereits einige Jahrzehnte bestand, als es 739 von Bonifatius dem Canonischen Recht und somit dem Bischof von Rom unterstellt wurde. Obwohl Regensburg als Reichsstadt 1542 protestantisch wurde, blieb die
Stadt immer katholische Bischofsstadt, wenn auch zeitweise von anderen Bistümern mitverwaltet. Im 9. Jahrhundert war Regensburg eine der wichtigsten Städte des Ostfränkischen Karolingerreiches. Hemma († 876), die Gemahlin des Kaisers Ludwig des Deutschen, sowie die zwei letzten Ostfränkischen Karolingerherrscher, Kaiser Arnulf von Kärnten († 899) und sein Sohn König Ludwig das Kind († 911) wurden hier in der Benediktinerabtei St. Emmeram beigesetzt. Es diente als Sitz des bekanntesten der Regensburger Bischöfe:
Erhard St. Wolfgang († 944). Eine bekannte Regensburger Stadtsage aus dieser Zeit ist die Dollingersage. Salzstadel und Stadttor, von der Steinernen Brücke aus betrachtet Durch Fernhandel bis Paris, Venedig und Kiew erlebte die Stadt ihre wirtschaftliche Blütezeit. Sie ist damals eine der wohlhabendsten und einwohnerstärksten Städte Deutschlands. Die romanische und gotische Architektur des Mittelalters bestimmt noch heute das Gesicht der Altstadt. Ein weiteres Zeichen für den damaligen Wohlstand der Stadt
ist der Bau der Steinernen Brücke von 1135 bis 1146. Das mittelalterliche Bauwunder wurde Vorbild für viele andere Brückenbauten, zum Beispiel der Judithbrücke (Vorläuferin der Karlsbrücke) in Prag. Im Mai 1147 brach Konrad III. in Regensburg zum zweiten Kreuzzug auf, der strategisch günstige Donauübergang dürfte dafür mit den Ausschlag gegeben haben. Kaiser Friedrich I. Barbarossa brach hier im Mai 1189 mit einer großen Streitmacht zum 3. Kreuzzug auf.
Freie Reichsstadt (1200 bis 1663)
Denkmal des Don Juan d'Austria, Sieger in der Seeschlacht von Lepanto1207 wurde die Stadt durch König Philipp von Schwaben zur Reichsstadt erhoben. Vermutlich nach 1260 wurde mit dem Bau des Regensburger Doms St. Peter begonnen. Zusammen mit der Steinernen Brücke ist er das Wahrzeichen der Stadt. Schon am 10. November 1245 erreichten die Regensburger Bürger, dass Kaiser Friedrich II. der Stadt das Recht der Selbstverwaltung mit dem Privileg „einen Bürgermeister und Rat zu setzen“
bestätigte. Dies führte zusammen mit dem lukrativen Fernhandel und dem Auszug der bayerischen Herzöge nach Landshut 1255 zu einem Erstarken der Bürgerschaft. Damit begann der über Jahrhunderte fortbestehende Konflikt der Stadt mit dem Regensburger Bischof und vor allem dem umliegenden Herzogtum Bayern. Nach Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs setzte eine probayerische Partei 1485/86 den Anschluss der Stadt an das Herzogtum Bayern-München durch. Die städtische Reichsunmittelbarkeit wurde 1492 wieder
hergestellt. Regensburg verlor dabei seinen Status als Freie Stadt und war nur mehr eine gewöhnliche Reichsstadt. Die inneren Unruhen setzten sich fort und Kaiser Maximilian I. griff im Jahr 1500 in die inneren Verhältnisse ein und oktroyierte Regensburg eine neue Stadtverfassung, die so gannnte „Regimentsordnung“,die 1514 modifiziert wurde und formal bis 1803 in Kraft blieb. 1519 wurde in einem Pogrom die damals größte jüdische Gemeinde Deutschlands vertrieben. Die Regensburger nutzten das Machtvakuum nach dem
Tode Maximilian I. am Neujahrstag 1519 bis zur Krönung von Karl V.Das alte Judenviertel wurde zerstört und es entstand eine lukrative Wallfahrt zur schönen Maria auf dem heutigen Neupfarrplatz.1541 fand in der Neuen Waag am Haidplatz das Regensburger Religionsgespräch zwischen Philipp Melanchthon und Johannes Eck statt, ein Versuch, die sich vertiefenden Gräben zwischen Katholiken und Protestanten zu überbrücken. Nach Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Rat wurde die Reichsstadt 1542 evangelisch. Man erhoffte
sich dadurch eine größere Unabhängigkeit vom katholischen Bischof und vom Kaiser. Der Konflikt mit dem Fürstbischof und dessen Hochstift Regensburg eskalierte dadurch aber weiter. 1630 wurde auf dem Reichstag zu Regensburg Wallenstein abgesetzt. 1633 wurde Regensburg im Dreißigjährigen Krieg von schwedischen Truppen unter Bernhard von Weimar erstürmt. 1634 wurde es von kaiserlichen und bayerischen Truppen wieder zurückerobert.
Immerwährender Reichstag (1663 bis 1803)
Der Erker des Reichssaals Regensburg war ein wichtiges Zentrum schon des Ostfränkischen Reichs gewesen, in dem auch immer wieder Reichstage abgehalten wurden. Ab 1594 waren die Reichstage nur noch im Reichssaal des Regensburger Rathauses abgehalten worden. 1663 wurde der Reichstag schließlich nicht mehr aufgelöst, womit er zum Immerwährenden Reichstag wurde. Im Immerwährenden Reichstag tagten nicht nur die Fürsten des Heiligen Römischen Reiches, sondern in der Regel Gesandte
aus ganz Europa. Der Kaiser selbst wurde dabei meist durch kaiserliche Prinzipalkommissare vertreten. 1748 wurde der kaiserliche Generaloberpostmeister Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis zum Prinzipalkommissar ernannt und verlegte aus diesem Grund die Residenz seiner Familie von Frankfurt nach Regensburg. Architektonisches Zeugnis der Zeit des Immerwährenden Reichstags sind die zahlreichen Gesandtschaften in der gleichnamigen Straße in Regensburg. Der wirtschaftliche Nutzen für die Stadt war
aber gering, da die Gesandten weder zoll- oder steuerpflichtig waren. Die politische Lage in der Stadt selbst war zu dieser Zeit recht kompliziert. Neben der Reichsstadt gab es weitere reichsunmittelbare Kräfte in Regensburg, nämlich das Hochstift Regensburg des Regensburger Bischofs sowie die Reichsklöster St. Emmeram, Niedermünster und Obermünster. Dazu kamen Sonderrechte des Kaisers und der auf dem Reichstag tagenden Fürsten. Ende des 18. Jhs. wurde die Stadt von schweren innenpolitischen Auseinandersetzungen
erschüttert, als vor dem Hintergrund eines drohenden Finanzkollaps der Stadt Vertreter der Bürgerschaft und des Magistrats den Geheimen Rat der Stadt (das eigentliche Regierungsorgan) wegen Misswirtschaft und Verfassungsbruchs mit Erfolg vor dem Reichshofrat in Wien verklagten. Der Kaiser verordnete eine punktuelle Revision der Stadtverfassung und gewährte Regensburg - zum Schaden der städtischen Gläubiger - ein Schuldenmoratorium, das den Kollaps des Stadtstaates abwendete. Im Jahr 1800 nahm die siegreiche
französische Armee in Regensburg Quartier und legte der Stadt hohe Kontributionsforderungen auf, die die Stadtfinanzen vollends ruinierten.
Bayerische Provinzstadt (1803 bis 1933)
Regensburg um 1900
Der Neupfarrplatz im Jahr 18931803 fiel hier eine der letzten Entscheidungen des Reichstags: Der Reichsdeputationshauptschluss leitete die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches ein. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss entstand unter anderem auch das eigenständige Fürstentum Regensburg unter Reichserzkanzler Carl Theodor von Dalberg, der sein Amt als Erzbischof aber aufgrund bayerischer Einwände erst am 1. Februar 1805 antreten konnte. Die Rheinbundstaaten erklärten auf
der letzten Sitzung des Regensburger Reichstags am 1. August 1806 den Austritt aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Im 5. Koalitionskrieg (Frankreich gegen Großbritannien und Österreich) besetzte das österreichische Korps Liechtenstein am 20. April 1809 Regensburg. Die Franzosen beschossen und stürmten drei Tage später die Stadt. Hierbei erlitt Napoleon seine einzige Verletzung auf allen seinen Feldzügen. Dalberg behielt zwar sein Amt als Regensburger Erzbischof (bis zu seinem
Tod 1817), musste aber auf Druck Napoleons Regensburg am 22. Mai 1810 an das Königreich Bayern abtreten. Die Inbesitznahme durch Bayern bedeutete den Verlust der politischen Bedeutung und der Sonderstellung der Stadt innerhalb des alten Bayern. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren aber schon zu reichsstädtischer Zeit so desolat geworden, dass die weitere Selbstständigkeit der Stadt alleine schon deshalb ausgeschlossen schien. Regensburg wurde aber Hauptstadt des Regenkreises, ab 1838 des Kreises Regensburg
und Oberpfalz und ab 1953 des Regierungsbezirkes Oberpfalz. Die Stadt ist als kreisfreie Stadt auch Sitz des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt selbst begann aber nur langsam wieder an Bedeutung zu gewinnen. Regensburg wurde 1859 an das Eisenbahnnetz mit Verbindungen nach Nürnberg und München angeschlossen. Bis heute bedeutend ist die Eröffnung des Luitpoldhafens 1910 (mittlerweile als Westhafen bekannt).
Zeit des Nationalsozialismus
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde der Oberbürgermeister Otto Hipp am 20. März 1933 abgesetzt, der NSDAP noch zu Beginn der dreißiger Jahre die Nutzung städtischer Gebäude untersagt hatte. Am 12. Mai 1933 fand auf dem Neupfarrplatz eine Bücherverbrennung statt. Im selben Jahr ließ Oberbürgermeister Otto Schottenheim (1933-45; NSDAP) im Norden der Stadt den Bau einer – zunächst nach ihm benannten
– „nationalsozialistischen Mustersiedlung“ beginnen (heute: Konrad-Siedlung). Am 9. November 1938 wurde im Zuge der Reichspogromnacht die Synagoge am Brixner Hof niedergebrannt, die verbliebenen jüdischen Geschäfte geplündert und die jüdische Bevölkerung Regensburgs terrorisiert. Am 2. April 1942 wurden 106 Regensburger Juden vom Platz der zerstörten Synagoge aus nach Piaski transportiert und im Vernichtungslager Belzec ermordet. Weitere Transporte, unter anderem in das KZ Theresienstadt, folgten bis 1943. Insgesamt
fielen 200-250 Regensburger Juden dem Holocaust zum Opfer, 233 war die Emigration geglückt. 1939 wurde Regensburg dem Reichsgau Bayerische Ostmark (Sitz: Bayreuth) zugeschlagen. Im Herbst 1942 zerschlug die Gestapo die sog. Neupfarrplatz-Gruppe, eine aus etwa 50 Personen mit unterschiedlichstem weltanschaulichem Hintergrund bestehende Widerstandsbewegung.
9 Angehörige wurden hingerichtet, der Rest zu Zuchthausstrafen und Ehrverlust verurteilt. Im zweiten Weltkrieg hatte Regensburg unter schweren Luftangriffen zu leiden, welche die Altstadt allerdings kaum in Mitleidenschaft zogen. Angegriffen und getroffen wurden hauptsächlich die am Stadtrand gelegenen Messerschmitt-Werke (siehe auch Operation Double Strike), damals die größten Flugzeugwerke in Europa. Bei insgesamt 20 Bombenangriffen der Royal Air Force und der 8. US Air Force
1943-45 starben etwa 3.000 Menschen, darunter viele Kriegsgefangene. 1945 erfolgte eine Teilsprengung der Donaubrücken. Die Stadt selbst wurde jedoch schließlich kampflos übergeben, nicht zuletzt aufgrund einer Demonstration der Regensburger Frauen und des Dompredigers Dr. Johann Maier am 23. April 1945. Maier forderte die Übergabe, damit die Stadt nicht beschädigt würde. Am folgenden Tag wurde er wegen „Sabotage“ zusammen mit dem Regensburger Bürger Josef Zirkl und dem pensionierten Gendarmeriebeamten Michael
Lottner öffentlich hingerichtet. An der Hinrichtungsstelle am Dachauplatz wurde ein Mahnmal errichtet, Maiers Gebeine 2005 in den Regensburger Dom überführt.
Nachkriegszeit und Modern
Bereits 1945 überschritt die Einwohnerzahl die Marke von 100.000, bis zur Jahrtausendwende erreichte sie 150.000. Wesentlich beigetragen hierzu haben zunächst Flüchtlingsströme aus dem Osten (insbesondere aus dem Sudetenland), zahlreiche Eingemeindungen zwischen 1971 und 1983 sowie diverse Infrastrukturmaßnahmen und Industrieansiedlungen:1965 wurde etwa der Grundstein der Universität gelegt, 1992 das dazugehörige Klinikum eröffnet; Anfang der 70er Jahre kam die Fachhochschule
hinzu. 1960 nahm der Osthafen seinen Betrieb auf, 1978 der Main-Donau-Kanal. Der Siemens-Konzern hat seinen Standort Regensburg permanent ausgebaut, u. a. durch Errichtung einer Fabrik zur Chipherstellung der Infineon AG.1986 nahm das BMW-Werk bei Harting die Produktion auf. Seit 1989 produziert Toshiba in Regensburg Laptops und Notebooks. Im Zuge der bereits genannten Eingemeindungen hat Regensburg auch einen Gebietszuwachs von knapp 3 km² erfahren. 1997 wurde Regensburg mit dem Europapreis für seine hervorragenden
Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Der historische Stadtkern Regensburgs ist weitestgehend erhalten und damit die größte mittelalterliche Altstadt Deutschlands. Außerdem besitzt sie die größte Anzahl an Geschlechtertürmen nördlich der Alpen, was ihr den Beinamen „Nördlichste Stadt Italiens“ eingetragen hat. Umsichtige und von der Bevölkerung mitgetragene Sanierungsmaßnahmen haben den Bestand von über 1.000 geschützten Denkmälern bis heute gesichert. Am 13. Juli 2006 wurde
die Regensburger Altstadt von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.
Religionen
Christentum
Dom St. Peter, Westfront
Dom St. Peter, Südseite739 wurde vom Hl. Bonifatius das Bistum Regensburg gestiftet. In der Folgezeit wurden auch zahlreiche Klöster gegründet. Regensburg stand mit Cashel, Irland, in engem kulturellen Austausch. Hier wurden Geistliche ausgebildet, die dann nach Regensburg kamen. Die Stadt selbst wurde 1245 reichsunmittelbar und führte ab 1528 die Reformation ein (am 15. Oktober 1542 war die erste öffentliche Abendmahlsfeier). Da im Stadtgebiet jedoch weiterhin der Bischofssitz
und viele Klöster waren, die nicht zur Reichsstadt selbst gehörten, blieb das katholische Bekenntnis in der Stadt weiterhin vertreten und wurde durch zahlreiche Zuwanderungen zum vorherrschenden Bekenntnis.
Das Bistum Regensburg war zunächst der Erzdiözese Mainz, dann dem Erzbistum Salzburg unterstellt. Auch wenn durch Pfründehäufung Regensburg oft der persönlichen Anwesenheit seines Oberhirten entbehrte, so gibt es seit der Canonischen Errichtung des Bistums eine nur durch die Ernennungsmodalitäten geringfügig unterbrochene Folge der Regensburger Bischöfe bis heute. 1542 konvertierte zwar der Rat der Stadt zum Protestantismus, jedoch verblieben die katholischen Reichsstände in Regensburg.
Auch die Mehrheit der Bevölkerung blieb katholisch. Diese Konfessionsmischung war einer der wesentlichen Gründe für die Ausrufung des Immerwährenden Reichstages nach Regensburg. Die Stadt war neben der Nähe zum kaiserlichen Wien schlicht eines der wenigen Territorien im Reich an dem beide Konfessionen zusammentreffen konnten.
Bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 war an den erzbischöflichen Stuhl von Mainz das Amt des Reichserzkanzlers gebunden. Dies war 1803 Carl Theodor Anton Maria Reichsfreiherr von Dalberg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurden die Mainzer Rechte nach Regensburg übertragen, Dalberg wurde Erzbischof von Regensburg, was er bis zu seinem Tod 1817 blieb. 1817/1821 wurde das Bistum Regensburg neu umschrieben und der „Kirchenprovinz München und Freising“ unterstellt. Das Bistum
Regensburg ist bis heute das flächenmäßig größte bayerische Bistum mit 14.665 Quadratkilometer und setzt sich aus 33 Dekanaten zusammen. Die Pfarrgemeinden der Stadt Regensburg gehören heute innerhalb des Bistums zum Dekanat Regensburg, das mit den Dekanaten Laaber, Alteglofsheim, Donaustauf und Regenstauf die Region Regensburg bildet.
Die protestantische Neupfarrkirrche
Die protestantischen Gemeinden wurden nach Einführung der Reformation von einem Superintendenten geleitet. Als Kirchenverwaltungsbehörde bestand ein Konsistorium. Nach dem Übergang an Bayern 1810 wurden die Gemeinden Teil der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Innerhalb dieser Landeskirche gehören sie heute zum Dekanat Regensburg im gleichnamigen Kirchenkreis. 1970 waren ca. 80 % katholisch und 15 % protestantisch. Aufgrund von Zuwanderung
und Kirchenaustritt sank die Zahl auf jeweils 60 % zu 15 %.Während seiner sechstägigen Pastoralreise durch Bayern im Jahr 2006 verbrachte Papst Benedikt XVI. drei Tage in Regensburg. Dabei feierte er auf dem am südlichen Stadtrand gelegenen Islinger Feld zusammen mit ca. 230.000 Menschen die Heilige Messe. Außerdem hielt er an der Universität eine in der Folge von islamischer Seite kritisierte Vorlesung und feierte im Dom eine ökumenische Vesper mit hohen Vertretern der evangelischen und orthodoxen Kirche.
Einwohnerentwicklung
Bevölkerungsentwicklung Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1830 in der Stadt 16.000 Einwohner, so waren es 1900 bereits 45.000. Bedingt durch zahlreiche Eingemeindungen in den Jahren 1924 und 1938 stieg die Einwohnerzahl bis 1939 auf 96.000. Im Jahre 1940 überschritt die Bevölkerungszahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“
nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 129.859. Dabei zählen nur Hauptwohnsitze nach Abgleich mit den anderen Landesämtern. Am 31. Dezember 2005 betrug der Bevölkerungsstand (Gesamtbevölkerung aus Haupt- und Nebenwohnsitzen) 151.717. Für die genaue Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1830 siehe Tabellen in Einwohnerentwicklung von Regensburg.
Politik
Stadtrat
Barockrathaus Regensburg
Altes Rathaus mit Reichssaal, Tagungsort des Immerwährenden Reichstags, Regensburg. Die politische Führung basierte jahrhundertelang auf der Reichsunmittelbarkeit. Regensburg erhielt 1245 durch Kaiser Friedrich II. das Recht der Selbstverwaltung und das Privileg „einen Bürgermeister und Rat zu setzen“. Damit war sie reichsunmittelbar (Freie Reichsstadt) und blieb es bis 1803. Der Rat hatte 16 Mitglieder. Diese Zahl wurde bis 1803 beibehalten. Zwischen 1803 und 1810 war Regensburg
Kurfürstentum unter dem Reichserzkanzler Carl Theodor von Dalberg. 1809 stand die Stadt unter französischer Besatzung. Mit dem Übergang an Bayern 1810 wurde Regensburg Hauptstadt des Regenkreises und wurde ab 1811 durch einen königlichen „Polizeidirektor“ geleitet.
Ab 1818 stand an der Spitze der Stadt ein „Erster Bürgermeister“, der ab 1907 den Titel des Oberbürgermeisters (OB) erhielt. Heute gibt es neben dem OB noch zwei weitere hauptamtliche Bürgermeister. Der OB und der Stadtrat werden jeweils für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt. Beide Wahlen finden derzeit zum gleichen Termin statt. Der Stadtrat setzt sich aus 50 gewählten Mitgliedern und dem Oberbürgermeister zusammen. Darüber hinaus gibt es vier berufsmäßige Stadträte
ohne Stimmrecht: Wirtschafts- und Finanzreferent, Rechts- und Umweltreferent, Planungs- und Baureferent und Kulturreferent. Nach der letzten Kommunalwahl im März 2002 zogen in den Stadtrat ein: Christlich Soziale Union (CSU, 29 Sitze), Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD, 13 Sitze), Bündnis90/Die Grünen (3 Sitze), Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP, 2 Sitze), Freie Wähler (1 Sitz), Liste ALZ (1 Sitz) und die Freie Demokratische Partei Deutschlands (FDP, 1 Sitz). Wegen der fehlenden 5 %-Hürde konnten
auch kleine Parteien Mandate erringen, jedoch bilden nur CSU, SPD und Die Grünen Fraktionen.
Oberbürgermeister der Stadt Regensburg ist seit 1996 Hans Schaidinger von der CSU. Er ist Nachfolger von Christa Meier (SPD), die erste Frau in diesem Amt in einer deutschen Großstadt war. Schaidinger ist seit 2. Februar 2005 auch Vorsitzender des Bayerischen Städtetags. Für die Liste aller Oberbürgermeister der Stadt Regensburg siehe: Liste der Oberbürgermeister von Regensburg.
Wappen
Das Wappen der Stadt Regensburg zeigt zwei schräg gekreuzte silberne Schlüssel auf einem roten Schild. Die Stadtflagge ist weiß (silber) und rot. Die Schlüssel sind das Attribut des Heiligen Petrus, dem Patron des Regensburger Domes und der Stadt. Der Heilige Petrus ist in den Siegeln der Stadt schon seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar, doch wurde er im Laufe der Geschichte unterschiedlich dargestellt. Ab 1395 zeigt das Sekretesiegel der Stadt Schlüsselwappen unter der Gestalt
des Stadtpatrons. Seit 1398 wurde das Wappen in Wappenbüchern abgebildet. Seit 1549 wird das Wappen als Wasserzeichen der Regensburger Papiermühle verwendet. Ab diesem Jahr treten die Schlüssel als Symbole auch allein auf und wurden später ebenfalls mehrmals verändert. Sie konnten sich jedoch als Stadtwappen behaupten.
Städtepartnerschaften
Regensburg unterhält folgende Städtepartnerschaften:
Aberdeen, Schottland (Vereinigtes Königreich), seit 1955
Brixen (Bressanone), Südtirol (Italien), seit 1969
Budavár (Stadtbezirk von Budapest, Ungarn), seit 26. Mai 2005
Clermont-Ferrand (Frankreich), seit 1969
Odessa (Ukraine), seit 1990
Pilsen (Plzen) (Tschechien), seit 1993
Tempe, Bundesstaat Arizona (Vereinigte Staaten von Amerika), seit 1981
Patenschaften
Bereits 1951 hat die Stadt Regensburg die Patenschaft über die Sudetendeutsche Volksgruppe übernommen
Stadtfreiheitstag und Brückenpreis [Bearbeiten]Seit 1980 feiert die Stadt alljährlich am 1. November den Stadtfreiheitstag. An diesem Tag im Jahre 1245 erhielt sie die Urkunde für ihre Selbstständigkeit, für die Stadtfreiheit. Heute werden an diesem Tag verdiente Bürger der Stadt geehrt und ausgezeichnet.
Anlässlich des 750. Jahrestags der Reichsfreiheit stiftete die Stadt den Brückenpreis der Stadt Regensburg.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der historische Stadtkern Regensburgs selbst ist praktisch vollständig erhalten. Nach Schätzungen verfügt die Stadt mit etwa 6.000 denkmalgeschützten Gebäuden über die meisten in Europa.
Sehenswürdigkeiten in Regensburg
Theater am Bismarckplatz
Theater am Bismarckplatz, Zuschauerraum des großen Hauses Regensburg verfügt über ein vollständig ausgestattetes Drei-Sparten-Theater und bietet so ein Programm von Oper, Operette, Musical, Schauspiel und Ballett (Städtische Bühnen Regensburg). Das Ensemble tritt an mehreren Spielstätten in der Stadt auf:
Das Theater am Bismarckplatz ist das Stadttheater mit dem Großen Haus und dem Neuhaussaal. In dem zweihundert Jahre alten Dreirangtheater werden Oper, Operette und Musical sowie Ballett und Schauspiel für 519 Zuschauer gezeigt. Im Neuhaussaal werden Sinfoniekonzerte des Philharmonischen Orchesters Regensburg gegeben.
Das Theater im Velodrom war ursprünglich das Ausweichquartier während der Theatersanierung, wird aber als weitere Spielstätte, überwiegend für Musical, Ballett und Schauspiel, beibehalten. Im Velodrom finden 620 Zuschauer Platz.
Das Theater am Haidplatz ist eine Studiobühne im Thon-Dittmer-Palais mit 138 Zuschauerplätzen und an ihr wird seit über zwanzig Jahren gespielt. Hier überwiegt das Schauspiel literarisches und modernes Theater.
Im Turmtheater im Goliathhaus werden Schauspiel, Boulevard, Kabarett, Musical und Kindertheater gezeigt.
Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe kleinerer Häuser. Darunter befindet sich das Figurentheater im Stadtpark, das Regensburger Bauerntheater in der Gaststätte Hubertushöhe, das STATT-Theater (Kleinkunstbühne), das Regensburger Studententheater, das Theaterforum Regensburg, das Theater an der Universität und das Offene Theater Regensburg.
Museen
Regensburg besitzt Museen verschiedener Träger. Von der Stadt Regensburg betrieben ist das am Dachauplatz neben der Minoritenkirche gelegene Historische Museum. Das Alte Rathaus beherbergt das Reichstagsmuseum. Sein Hauptanziehungspunkt ist die aus dem Mittelalter unverändert erhaltene Folterkammer und der Reichssaal, dem Veranstaltungsort des immerwährenden Reichstages. Es folgt das Keplergedächtnishaus und die Städtische Galerie „Leerer Beutel“. Dort residiert auch der Jazz-Club
Regensburg. Neu hinzugekommen ist die document Neupfarrplatz über die Synagoge und das frühere Judenviertel.
Das Bistum Regensburg unterhält das Domschatzmuseum, das Diözesanmuseum Obermünster und das Museum St. Ulrich (siehe Bistumsmuseen Regensburg). Der Freistaat besitzt in Regensburg als Filiale des Bayerischen Nationalmuseums das Museum im Schloss Thurn und Taxis, der Kreuzgang von St. Emmeram und die Prunkräume und das Fürstliche Marstallmuseum (Thurn und Taxis Museum).
Sonstige Museen sind das Kunstforum Ostdeutsche Galerie, das Naturkundemuseum Ostbayern, der Reptilienzoo in Burgweinting (siehe Burgweinting-Harting), das Donau-Schiffahrts-Museum, das Brückturmmuseum, das Museum in der Dreieinigkeitskirche, das Museum des Bezirksklinikums, das Uhrenmuseum, das Golfmuseum, das Postmuseum und die Volkssternwarte Regensburg.
Musik
Bayerisches Jazzweekend 2004 - Konzert auf dem Kohlenmarkt...
...und der Bismarckplatz (Jazzweekend 2004)Regensburg hat ein reiches Musikleben. International herausragend bekannt sind die Regensburger Domspatzen. Ein weiterer bekannter Chor ist das Vokalensemble Cantabile Regensburg. Die alte Musik wird alljährlich im Festival „Tage alter Musik“ gepflegt. Die klassische Musik wird in Konzertreihen auf hohem internationalen Niveau in Regensburg präsentiert. Sie verbinden historische Aufführungspraxis mit Konzerten in den historischen Räumen
Regensburgs. Seit 2003 gibt es im Juli die Regensburger Schlossfestspiele im Innenhof des Schlosses Thurn und Taxis. Auch sie finden im süddeutschen Raum immer mehr Beachtung. Im Programm finden sich immer mehrere Stars, wie etwa der Startenor Rolando Villazon.
Moderne Musikrichtungen, besonders der Jazz, werden alljährlich im Sommer während des Bayerischen Jazzweekends gepflegt. An einem verlängerten Wochenende jeweils im Sommer treten an mehreren Spielstätten in der Altstadt über einhundert verschiedene Bands, Combos und Solisten auf. Die Jury des Bayerischen Jazzinstituts sorgt für ein hohes musikalisches Niveau. Hinzu kommen die Regensburger Tage des Schülertheaters, dabei führen in drei Wochen im Juni etwa zwanzig Schulbühnen ihre
Stücke auf. Weiterhin gibt es das Open-Air-Kino der in der Altstadt ansässigen Lichtspielhäuser. Über mehrere Wochen werden aktuelle Filme, aber auch Klassiker und Publikumslieblinge aus den letzten Jahren gezeigt.
Bauwerke
Profanbauten
Blick aus der Kramgasse auf den Dom Die Steinerne Brücke mit dem Brücktor wurde 1135 bis 1146 gebaut. Sie gehört zu den bedeutendsten Brückenbauwerken des Mittelalters und war unter anderem Vorbild für die Prager Karlsbrücke. Das Alte Rathaus mit dem Reichssaal war Sitz des Immerwährenden Reichstages. Der Herzogshof mit Römerturm am heutigen Alten Kornmarkt bildete die frühere Herzogspfalz der agilolfingischen Herzöge.
Aus der Römerzeit sind beim Bischofshof die Porta Praetoria, ein Stadttor, und an der Adolph-Kolping-Straße, im Parkhaus an der D.-Martin-Luther-Straße und am Ernst-Reuter-Platz Reste der römischen Kastellmauern erhalten.
Das gotische Ostentor von 1300 war das Eingangstor zur Stadt von Osten. Die Historische Wurstkuchl an der Donau gilt als älteste Wurstbraterei der Welt. An der Stelle des früheren Hafens findet man unterhalb der Steinernen Brücke den Salzstadel und oberhalb den Amberger Stadel. Geprägt ist das Stadtbild auch durch die so genannten Patrizierburgen bzw. Geschlechtertürme wie das Haus an der Heuport oder das Goldene Kreuz am Haidplatz, das als Kaiserherberge für Karl V. diente. Weitere
große Patrizierburgen sind das Goliathhaus, das Runtingerhaus und das Zandthaus. Der 1260 entstandene Goldene Turm in der Wahlenstraße ist wohl der bekannteste der Regensburger Geschlechtertürme, mit denen die Patrizierfamilien ihren Reichtum und Einfluss zur Schau stellten. Ebenfalls sehenswert ist der Baumburger Turm.
Die königliche Villa am Ostrand der Altstadt entstand von 1854 bis 56 im Auftrag von König Maximilian II. im Stil der englischen Neugotik. Das fürstliche Schloss Thurn und Taxis ist mit 500 Zimmern das größte Schloss in Deutschland.
Kirchen
Die Minoritenkirche, Teil des Historischen Museums (rechts)In Regensburg findet man eine Vielzahl historischer Kirchen und mehrere teils ehemalige Klöster. Der Dom St. Peter ist das Hauptwerk der Gotik in Bayern.
Die Stiftskirche und Basilika Minor zu Unserer lieben Frau zur Alten Kapelle (Stift zu Unserer Lieben Frau Regensburg) wurde um 875 erbaut. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie neu ausgestattet und zählt seither zu einer der prachtvollsten Kirchen des Rokoko in ganz Bayern. Die ursprünglich romanische, später aber stark barockisierte Kirche St. Emmeram war früher Teil des gleichnamigen, 1803 säkularisierten Klosters, dessen Räumlichkeiten heute zum Schloss Thurn und Taxis
gehören. Sie hat den Status einer päpstlichen Basilika Minor. Beachtenswert ist auch die Nebenkirche St. Ruprecht.
Die Kirche St. Jakob auch bekannt unter dem Namen Schottenkirche, eine romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert, leitet ihren Namen vom Kloster der irischen Benediktiner (Skoten) ab, zu dem sie gehörte. Der Haupteingang, das Schottenportal, ist wegen seiner einzigartigen Steinmetzarbeiten weltberühmt.
Weiter zu erwähnen sind die profanierte frühgotische Kirche St. Ulrich, die Dominikanerkirche St. Blasius, die Dreieinigkeitskirche (ev.), die Klosterkirche Heilig Kreuz, die profanierte Minoritenkirche (Teil des Historischen Museums, siehe dort), die Neupfarrkirche (ev.), das ehemalige Damenstift Niedermünster mit der Niedermünsterkirche, heute Sitz des bischöflichen Ordinariates, die Stiftskirche St. Johann, St. Kassian, die Kreuzfahrerkirche St. Leonhard, St. Andreas/St.
Mang in Stadtamhof, St. Oswald (ev.). Des Weiteren gibt es die Kirche St. Ägidien, die Klosterkirche Heilig-Kreuz, das Kloster der unbeschuhten Karmeliten mit der Kirche St. Josef und das ehemalige Damenstift Obermünster.
Parks Regensburg verfügt einen die Altstadt vollständig umschließenden Grüngürtel. Er stößt im Osten und im Westen an die Donau an. Er entstand Ende des 18. Jahrhunderts aus der mittelalterlichen Stadtumfriedung und Teilen des Schlossparks der Fürsten von Thurn und Taxis. Die weiteren Einzelheiten zum Alleengürtel finden sich im Artikel Sehenswürdigkeiten in Regensburg im Abschnitt Grüngürtel.
Große Parks im Westen der Altstadt sind der Dörnbergpark, der Stadtpark und der Herzogspark. Am Oberen Wöhrd befindet sich der „Inselpark“. Die größte Grünanlage, der Donaupark mit dem Westbad und dem Westbadweiher liegt im Westen an der Donau. Weitere Parks südlich der Donau sind der „Königswiesener Park“, der „Georg-Hegenauer-Park“, der „Karl-Freitag-Park“, die Grünanlagen der Universität und der „Ostpark“ an der Landshuter Straße, ein ehemaliger Exerzierplatz; nördlich
der Donau
liegen der Hans-Herrmann-Park, der Aberdeen-Park und der Tempe-Park.
An der Frankenstraße befindet sich der eigentümliche Max-Buchhauser-Garten mit seinen grotesken Skulpturen. Beliebtes Spaziergebiet sind die „Winzerer Höhen“ mit gutem Ausblick auf die Stadt und der Möglichkeit der Weiterwanderung zum beliebten Biergarten in Adlersberg. Weitere beliebte Ausflugsgebiete im Stadtgebiet sind die Wanderungen von Keilberg aus, der Burgweintinger Wald, sowie der Max-Schultze-Steig am westlichen Donauufer.
Sport
Das Sportleben in der Stadt wird von einer Vielzahl von Vereinen getragen:
Fußball
Fußball spielt der SSV Jahn 2000 Regensburg derzeit (Saison 2006/07) in der vierthöchsten Spielklasse (Fußball-Bayernliga). Die Frauenmannschaft des SC Regensburg spielt derzeit im Fußball in der 2. Bundesliga, die Herrenmannschaft in der Bezirksliga Oberpfalz Süd. Der Freie TuS Regensburg spielt im Fußball derzeit in der fünfthöchsten Spielklasse (Landesliga Mitte).
Eishockey
Regensburg ist auch eine Stadt mit angesehenen Eishockeyvereinen. Zu den bekannteren gehört der EV Regensburg (die Eisbären), der derzeit in der Zweiten Bundesliga Eishockey spielt. Der EHC Regensburg (die Spiders) spielt im Eishockey derzeit in der Bezirksliga. Beide Mannschaften spielen in der 1998 im Stadtosten neu errichteten Donau-Arena.
Baseball und American Football
In Regensburg sind in Deutschland wenig verbreitete US-Amerikanische Sportarten sehr stark vertreten: Im Baseball spielen die Regensburg Legionäre (SV Schwabelweis) derzeit in der höchsten Spielklasse, der Bundesliga Süd. Ihre Spielstätte ist die Armin-Wolf-Arena, das größte Baseballstadion in Deutschland. Mit den Regensburg Phoenix ist auch eine American-Football-Mannschaft ansässig. Das Team, das aus dem ehemaligen Bundesliga-Team der Royals hervorgegangen ist, spielt derzeit
in der Regionalliga.
Regelmäßige Veranstaltungen
Das Regensburger Kulturleben bietet einige herausragende, regelmäßige Veranstaltungen: zweimal im Jahr − Anfang Mai und Ende August – treffen sich die Regensburger zu ihrem Volksfest, der Regensburger Dult. Das Bürgerfest in der gesamten Altstadt findet alle zwei Jahre jeweils an einem langen Wochenende im Sommer statt und zieht weit über 100.000 Besucher an. Ebenfalls im Zweijahresintervall ist Ende März und Anfang April die neuntägige
Donauausstellung (DONA) mit vielen Sonderausstellungen zu sehen. Jeweils am zweiten Juliwochenende treffen sich Ritter, Gaukler und Spielleute beim Regensburger Spectaculum, einem Mittelaltermarkt, unter den Bögen der Steinernen Brücke auf der Jahninsel. Im Dezember folgen die Weihnachtsmärkte, besonders hervorzuheben ist hier der Christkindlmarkt.
Die größte Regensburger Sportveranstaltung ist der Regensburg-Marathon am Sonntag nach Christi Himmelfahrt. Mit über 1000 Marathon- und über 3000 Halbmarathonfinishern gehört er zu den 20 größten Stadtmarathons in Deutschland. Am zweiten Sonntag im August folgt der Regensburg Triathlon über Kurz- und Jedermann-Distanz. Der Arber Radmarathon führt am letzten Sonntag im Juli mehr als 6.000 Teilnehmer auf unterschiedlich anspruchsvollen Strecken von bis zu 250 Kilometer Länge von
Regensburg in den Bayerischen Wald und zurück.
Wirtschaft und Infrastruktur
Regensburg: Übersicht Infrastruktur Der wirtschaftliche Aufschwung Regensburgs nach dem Zweiten Weltkrieg begann relativ spät. Die Fachhochschule und die Gründung der Universität 1967 bildeten die Grundlage für eine sehr dynamische wirtschaftliche Entwicklung, gestärkt durch die Ansiedlung einer Reihe von Großunternehmen. Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2006 mit 6,2 % unter dem bayerischen Landesdurchschnitt. So erreicht Regensburg heute die höchste Arbeitsplatzdichte in Deutschland
nach Frankfurt am Main mit 720 je 1.000 Einwohner. Die im Verhältnis zu den Hauptwohnsitzen hohe Zahl von 92.565 (2005) sozialversicherten Beschäftigten (die Zahl der Erwerbstätigen liegt über 128.000) folgt aus den starken Pendlerströmen aus dem Umland und führt zu einem hohen Bruttoinlandsprodukt der Stadt.
2005 arbeiteten 75 der abhängig Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft, 30.387 im verarbeitenden Gewerbe, 2.458 im Baugewerbe, 11.365 im Handel, 4.607 für Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 3.220 im Kredit- und Versicherungsgewerbe, 32.844 im Sektor Dienstleistungen und 6.147 in den Verwaltungen der ansässigen Gebietskörperschaften. 1.192 Personen arbeiten in sonstigen Bereichen. Entsprechend bildet das verarbeitende Gewerbe mit Schwerpunkten im Automobilbau und seinen
Zuliefersparten, der Elektrotechnik, dem Maschinenbau, aber auch der Zucker- und Futtermittelproduktion, das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt.
Verkehr
Mit dem Autobahnkreuz Regensburg und dem Regensburger Hauptbahnhof ist die Stadt ein Autobahn- und Eisenbahnknotenpunkt in Ostbayern.
Der runderneuerte Regensburger Bahnhof im November 2004 Eisenbahn
Bis in die 1970er Jahre war Regensburg der Sitz einer Eisenbahndirektion und Schnittpunkt von Fernverkehrszügen. Die Deutsche Bahn befährt die Strecke Nürnberg - Regensburg - Passau - Wien mit Eurocitys im Zweistundentakt und zwei ICE-Zugpaaren. Bis zur Eröffnung des Europakanals Rhein-Main-Donau 1992 war sie die Bahnstrecke mit dem höchsten Güteraufkommen in Deutschland.
Regensburg erfuhr durch den Wegfall der Interzonenzüge und der Einstellung der Interregio-Züge einen Bedeutungsverlust. Auf den Strecken Regensburg - Landshut - München, Regensburg - Weiden - Hof und Regensburg - Ingolstadt - Ulm verkehren seitdem nur noch Regionalzüge. Damit ist Regensburg kein Fernverkehrskreuz mehr. Regionale Bahnstrecken nach Alling, zur Walhalla und nach Falkenstein wurden bereits in der Nachkriegszeit stillgelegt.
Fernstraßen
Mit dem Bedeutungsverlust der Bahn ging eine Aufwertung der Straßenanbindung einher. Bis in die 1980er Jahre mündeten alle Bundesautobahnen um Regensburg in Bundesstraßen. In der Folgezeit wurde Regensburg stufenweise vollständig an das deutsche Bundesautobahnnetz angeschlossen.
Bundesautobahnen:
A 3 Würzburg - Nürnberg - Regensburg - Passau
A 93 Hof - Weiden - Regensburg - Kiefersfelden; über die A 9 nach München
Bundesstraßen:
B 8 Würzburg - Nürnberg - Regensburg - Passau
B 15 Hof - Schwandorf - Regensburg - Rosenheim
B 16 Roding - Regensburg - Ingolstadt - Füssen
B 15n (im Bau) Regensburg - Landshut - Wasserburg - Rosenheim
Regensburg liegt an drei touristischen Straßen, der Deutschen Limesstraße, der Straße der Kaiser und Könige sowie der Europäischen Goethe-Straße.
Europakanal Rhein-Main-Donau
Der Hafen Regensburg ist mit einem Gesamtumschlag 2003 von 6.681.000 t (Schiff: 3.194.000 t) der größte Hafen Bayerns. Seine Lage am Europakanal Rhein-Main-Donau macht ihn zu einem wichtigen Umschlagplatz zwischen den Nordseehäfen und Osteuropa.
Fernradwege
Regensburg ist Kreuzungspunkt mehrerer Fernradwege: Der Donau-Radweg führt von der Donauquelle nach Budapest, der Waldnaabtal-/Naabtal-Radweg von Bärnau nach Regensburg, der Regental-Radweg von Regensburg nach Bayerisch Eisenstein, der Limes-Radweg von Bad Hönningen nach Regensburg, der Falkenstein-/Festspiel-/Chambtal-Radweg von Regensburg nach Falkenstein/Cham/Furth im Wald.
Unternehmen in Regensburg
Zu den bedeutendsten Firmen der Stadt gehören heute BMW, Siemens, Infineon, Osram, Maschinenfabrik Reinhausen, Bosch Siemens Hausgeräte GmbH, AREVA Sachsenwerk, SGB Starkstrom-Gerätebau GmbH, Toshiba und Andritz-Fiedler Perforier-Technik. Im Stadtosten hat Siemens VDO Automotive ihren Konzernsitz und betreibt eines der größten Entwicklungszentren Deutschlands. Außerdem ist Regensburg der Standort der ältesten Zuckerfabrik Bayerns; das 1899 gegründete Werk gehört heute zur Südzucker
AG.
Die Ansiedlung von Zukunftsbranchen wird durch die Stadt aktiv gefördert. Einrichtungen wie der Gewerbepark Regensburg, das Gründerzentrum IT-Speicher oder der BioPark mit inzwischen über 30 Biotech-Firmen sind Bestandteile einer wirtschaftlichen Neustrukturierung der Stadt. Zu Zeiten des New Economy-Booms wurden hier eine Reihe von Unternehmen gegründet wie Amazon.de, Adori AG, Feedback AG, Offerto.de oder die SPiN AG, womit Regensburg zeitweise eines der Zentren der deutschen
Internetwirtschaft war.
Einige Unternehmen sind allerdings zwischenzeitlich in geografisch günstiger gelegene Regionen in Deutschland übergesiedelt (von Amazon ist z. B. nur ein Teil des Kundensupports verblieben), während andere Unternehmen (beispielsweise Adori oder Feedback) mit dem Absturz des Neuen Marktes untergingen. Große Flächen für den Einzelhandel entstanden im 1967 errichten und mehrmals erweiterten Donau-Einkaufszentrum.
Des Weiteren findet sich in der Regensburger Altstadt eine überdurchschnittliche Anzahl von Gastwirtschaften, darunter bayerische Traditionslokale, gehobene Restaurants, Cafes, sowie Studentenkneipen. Besonders im Sommer ist die Stadt als Ausflugsort recht beliebt. Hinzu kommt die in Relation zur Größe der Stadt recht hohe Anzahl an Studenten (ca. 25.000). Von der Vielzahl Regensburger Brauereien sind nur die drei Stiftungsbrauereien Kneitinger, Bischofshof und Spital geblieben.
Gesundheitswesen
1992 wurde das Universitätsklinikum in Betrieb genommen. Es bildet den Abschluss des Ausbaus der Universität Regensburg zur Volluniversität, in der alle wesentlichen wissenschaftlichen Studiengänge angeboten werden. Die erste Ausbaustufe umfasste seit den frühen 1980er-Jahren die Zahn-, Mund- und Kieferklinik. Das Klinikum zählt zu den modernsten in Europa. Es hat 3.200 Beschäftigte, etwa 1.500 Studierende der Human- und Zahnmedizin, die höchste Versorgungsstufe vier sowie einen
Einzugsbereich von zwei Millionen Einwohnern aus den Regierungsbezirken Oberpfalz und Niederbayern. Aktuell verfügt es über 804 Betten und 12 Dialyseplätze. 2004 wurden 97.936 ambulante Behandlungen, 28.635 stationäre Behandlungen bei einer durchschnittliche Verweildauer von acht Tagen durchgeführt.
Die weiteren, teilweise mit dem Uniklinikum zusammen arbeitenden Krankenhäuser sind das Krankenhaus St. Josef, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und die Klinik St. Hedwig für Geburten und Kinder. Seit 1852 gibt es mit dem Bezirksklinikum Regensburg auch eine Nervenheilanstalt in der Stadt.
Medien
Aus Regensburg berichten mehrere Rundfunkanstalten. Der Bayerische Rundfunk unterhält das Regionalstudio Ostbayern und der regionale Fernsehsender TVA sendet Informationen über die Region Regensburg/Kelheim/Straubing/Cham. Die Radiosender „gong fm“ und „Charivari“ haben ebenfalls ihren Sitz in Regensburg. Die Mittelbayerische Zeitung, die größte Tageszeitung der Region, erscheint in Regensburg. Eine weitere Regensburger Tageszeitung ist die „Donaupost”, Ableger des Straubinger
Tagblatts. Erwähnenswert ist auch die seit 1998 erscheinende „Regensburger Soziale Straßenzeitung und Monatsmagazin Donaustrudl“ mit einer Auflage von ca. 7000 Exemplaren.
Seit 28. September 2006 läuft in Regensburg das „Subprojekt Regensburg“ des europäischen DMB-Projekts MI FRIENDS[5]. Das Projekt in Regensburg ist auf 2 Jahre Laufzeit angelegt, anschließend soll es in den Regelbetrieb übergehen. Regensburg wurde als Projektstandort ausgewählt, weil es sehr gut der durchschnittlichen europäischen Regionalstadt entspricht, sowohl was die Einwohnerzahl von knapp 130.000 und den Einzugsbereich von etwa 170.000 Menschen angeht, als auch was die sozioökonomische
und demographische Zusammensetzung betrifft.
Bildung
Universität Regensburg - Campus Regensburg besitzt drei Hochschulen und damit alle Bildungsreinrichtungen des ersten und zweiten Bildungsweges. Die 1962 gegründete Universität Regensburg nahm als vierte Universität Bayerns 1967 mit allen wesentlichen Fakultäten den Lehrbetrieb auf. Als ihr akademischer Nukleus fungierte die Theologische Hochschule am Ägidienplatz. Die Fachhochschule Regensburg - University of Applied Sciences, wurde 1971 als Nachfolgerin des Polytechnikums, der
Höheren Fachschulen und weiterer Einrichtungen gegründet. Die Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg erhielt 2001 den Hochschulstatus. Sie ging aus der 1874 gegründeten weltweit ersten katholischen Kirchenmusikschule hervor.
Zu den Hochschuleinrichtungen im weiteren Sinne gehören die Forschungs- und Gründerzentren. Im IT-Speicher (einem ehemaligen Lagerhaus an der Donau) und dem IT-Hafen (dem früheren Sitz einer Schifffahrtsgesellschaft) finden Neugründungen der Informationstechnik eine erste Bleibe. Zusammen mit der Fakultät für Informatik der Fachhochschule Regensburg fokussieren diese Einrichtungen auf den Schwerpunkt IT-Sicherheit. Auf dem Campus der Universität, nahe dem Universitätsklinikum,
findet man Biopark 1 und 2. Diese beiden Einrichtung stehen Neugründungen im Bereich der Biotechnologie und Life-Sciences zur Verfügung. Hier hat auch eine Arbeitsgruppe der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), mit Arbeitsschwerpunkt Tumor- und Alterskrankheiten, ihren Sitz.
Regensburg hat ferner zahlreiche allgemeinbildende Schulen. Insgesamt gibt es 18 Grundschulen, sechs Hauptschulen, sechs Förder- und Sonderschulen, fünf Realschulen und acht Gymnasien. Ferner verfügt die Stadt über mehrere berufliche Schulen, vier Berufsschulen, zwei Wirtschaftsschulen, eine Fachoberschule und zwei Berufsoberschulen sowie 14 Berufsfachschulen. Hinzu kommen zwölf freie Bildungseinrichtungen privater und öffentlicher Träger. Größte Einrichtung dieser Art sind die
Eckert-Schulen für Berufsfortbildung.
Welterbestätten in Deutschland
Aachener Dom | Dom zu Speyer | Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz | Wallfahrtskirche auf der Wies | Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl | Dom St. Mariae und Michaeliskirche in Hildesheim | Römisches Trier (Igeler Säule, Igel), Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche in Trier | Historische Hansestadt Lübeck | Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin | Abtei und Altenmünster des Klosters Lorsch | Bergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar | Zisterzienserabtei
Kloster Maulbronn | Eisenhütte in Völklingen | Grube Messel | Kölner Dom | Bauhaus-Stätten: Bauhaus Dessau, Kunstgewerbeschule Weimar | Lutherstädte Eisleben und Wittenberg | Klassisches Weimar | Museumsinsel in Berlin | Wartburg bei Eisenach | Dessau-Wörlitzer Gartenreich | Klosterinsel Reichenau im Bodensee | Zeche und Kokerei Zollverein in Essen | Kulturlandschaft „Oberes Mittelrheintal“ | Die historischen Altstädte Stralsund und Wismar | Kulturlandschaft Dresdner Elbtal | Bremer Rathaus und Bremer Roland
| Fürst-Pückler-Park Bad Muskau | Obergermanisch-Rätischer Limes | Altstädte von Bamberg, Quedlinburg sowie Regensburg
Stadtbezirke in Regensburg
Innenstadt | Stadtamhof | Steinweg-Pfaffenstein | Sallern-Gallingkofen | Konradsiedlung-Wutzlhofen | Brandlberg – Keilberg | Reinhausen | Weichs | Schwabelweis | Ostenviertel | Kasernenviertel | Galgenberg | Kumpfmühl – Ziegetsdorf – Neuprüll | Großprüfening-Dechbetten-Königswiesen | Westenviertel | Ober-/Niederwinzer-Kager | Oberisling-Leoprechting-Graß | Burgweinting-Harting
Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern
Aichach-Friedberg | Altötting | Amberg (Stadt) | Amberg-Sulzbach | Ansbach | Ansbach (Stadt) | Aschaffenburg | Aschaffenburg (Stadt) | Augsburg | Augsburg (Stadt) | Bad Kissingen | Bad Tölz-Wolfratshausen | Bamberg | Bamberg (Stadt) | Bayreuth | Bayreuth (Stadt) | Berchtesgadener Land | Cham | Coburg | Coburg (Stadt) | Dachau | Deggendorf | Dillingen a.d.Donau | Dingolfing-Landau | Donau-Ries | Ebersberg | Eichstätt | Erding | Erlangen (Stadt) | Erlangen-Höchstadt | Forchheim |
Freising | Freyung-Grafenau | Fürstenfeldbruck | Fürth | Fürth (Stadt) | Garmisch-Partenkirchen | Günzburg | Haßberge | Hof | Hof (Stadt) | Ingolstadt (Stadt) | Kaufbeuren (Stadt) | Kelheim | Kempten (Stadt) | Kitzingen | Kronach | Kulmbach | Landsberg am Lech | Landshut | Landshut (Stadt) | Lichtenfels | Lindau | Main-Spessart | Memmingen (Stadt) | Miesbach | Miltenberg | Mühldorf a.Inn | München | München (Stadt) | Neuburg-Schrobenhausen | Neumarkt i.d.OPf. | Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim | Neustadt a.d.Waldnaab
| Neu-Ulm | Nürnberg (Stadt) | Nürnberger Land | Oberallgäu | Ostallgäu | Passau | Passau (Stadt) | Pfaffenhofen a.d.Ilm | Regen | Regensburg | Regensburg (Stadt) | Rhön-Grabfeld | Rosenheim | Rosenheim (Stadt) | Roth | Rottal-Inn | Schwabach (Stadt) | Schwandorf | Schweinfurt | Schweinfurt (Stadt) | Starnberg | Straubing (Stadt) | Straubing-Bogen | Tirschenreuth | Traunstein | Unterallgäu | Weiden (Stadt) | Weilheim-Schongau | Weißenburg-Gunzenhausen | Wunsiedel i.Fichtelgebirge | Würzburg | Würzburg (Stadt)
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Regensburg“
Kategorien: Gemeinde in Bayern | Regensburg | Kreisfreie Stadt in Bayern | Ostbayern | Reichsstadt | Mitglied des Rheinischen Städtebundes | Ehemaliger Residenzort in Bayern | Träger des Europapreises | Weltkulturerbe in Deutschland | Ort mit Binnenhafen | Exzellent
Traditionell gliedert sich Bayern in die drei Landesteile Franken, Schwaben und Altbayern (Ober- und Niederbayern sowie die Oberpfalz).
Der Landkreis ist landschaftlich vielgestaltig. Er umfasst das Donautal und die Täler von Laaber, Regen und Naab, allesamt Nebenflüsse der Donau. Im Osten gehört das Kreisgebiet zum Vorderen Bayerischen Wald und im Westen zu den Ausläufern der Fränkischen Alb.
Die Fläche des Landkreises umfasst 1.395,92 km². Die größte Ausdehnung des Landkreises in Ost-West-Richtung beträgt ca. 61 km, in Nord-Süd-Richtung ca. 52 km. Der höchster Punkt ist der Brennberg mit 653 m über NN, der tiefste Punkt die Gmünder Au mit 320 m.
Geschichte Vor 1803 gehörten die Gebiete des heutigen Landkreises Regensburg vornehmlich zum Fürstbistum Regensburg, zu Kurbayern und zum Herzogtum Pfalz-Neuburg. 1628 war die Oberpfalz an Bayern gefallen, davon auch Teile des heutigen Landkreises. Bereits 1803 wurde das Landgericht Stadtamhof errichtet. 1810 wurde die Stadt Regensburg eine Kreisunmittelbare Stadt. 1811 entstand noch das Bezirksamt Regenstauf. Ferner gab es ein Herrschaftsgericht Wörth, aus dem 1850 das gleichnamige
Landgericht errichtet wurde. Die Stadt Regensburg und alle Landgerichte gehörten zum Regenkreis, der 1838 in Oberpfalz umbenannt wurde.
1857 wurde aus 43 Gemeinden des Landgerichts Stadtamhof und einer Gemeinde des Landgerichts Kelheim das neue Landgericht Regensburg errichtet. Das verkleinerte Landgericht Stadtamhof blieb aber weiterhin bestehen. 1862 wurde aus den Landgerichten Regensburg und Wörth das Bezirksamt Regensburg und aus den Landgerichten Stadtamthof und Regenstauf das Bezirksamt Stadtamhof gebildet. Die Stadt Regensburg gehörte diesen Bezirken jedoch nicht an. Die Gerichtsbezirke innerhalb des Bezirksamts
Regensburg wurden 1879 und 1905 verändert. Auch der Bezirk Stadtamhof wurde 1879 durch die Aufnahme von Gemeinden der Nachbarbezirke Hemau, Kelheim und Roding erweitert. Ferner vergrößerte sich nach 1900 das Gebiet der Stadt Regensburg durch Eingemeindungen zulasten des Bezirks Stadtamhof. 1929 wurde das Bezirksamt Stadtamhof schließlich aufgelöst und sein Gebiet dem Bezirksamt Regensburg zugeordnet.
Das noch verbliebene Bezirksamt Regensburg wurde ab 1939 in Landratsamt Regensburg, der zugehörige Bezirk in "Landkreis Regensburg" umbenannt. 1946 wurden zwei Gemeinden in den Landkreis Straubing umgegliedert.
Im Rahmen der Gebietsreform 1972 erhielt der Landkreis Regensburg seine heutige Größe, indem er um Orte der bisherigen Landkreise Parsberg, Mallersdorf, Burglengenfeld und Rottenburg an der Laaber (2 Gemeinden) erweitert wurde. Im Osten gab der Landkreis Regensburg insgesamt sechs Gemeinden an die Landkreise Cham und Straubing-Bogen ab.